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Was ist ein Trauma?

Für jeden von uns ist Trauma anders definiert, da jeder Mensch auf Ereignisse unterschiedlich reagiert bzw. unterschiedliche Ressourcen zur Bewältigung von schwierigen Situationen zur Verfügung hat. Als schwierige Erfahrung kann man Situationen im familiären Kontext, im Schul- oder Arbeitskontext, Umwelt, Unfälle o.ä. definieren. Gemeinhin kann man sagen, dass Ereignisse, die unser Nervensystem überforden und uns unter hohen Stress stellen, traumatische Folgen haben. Ein zu viel, zu schnell und zu plötzlich macht es unmöglich mit Flucht oder Kampf zu reagieren und die hohen Energien werden im Körper in einem erstarrten Modus gehalten. Man fühlt sich überfordert, ohnmächtig, überwältigt und kann mit der Situation nicht angemessen umgehen. Ebenso wie Tiere reagieren Menschen in Bedrohungssituationen primär instinktiv und biologisch und erst sekundär psychisch und kognitiv. Der Zugang zu unseren Ressourcen kann blockiert und/oder sogar deren Entwicklung vollständig verhindert werden, so dass wir auch in zukünftigen Situationen nicht in der Lage sind gut für uns zu sorgen.

 

Wie entsteht Trauma?

Trauma entsteht, wenn bei Überreizung des Nervensystems der ursprünglich natürliche Zyklus von Orientierung, Flucht, Kampf und Immobilitäts-Reaktion nicht vollständig durchlaufen werden kann oder gar nicht erst zustande kommt. In der Folge steht der Organismus in ständiger Alarmbereitschaft. Die in der Gegenwart zu beobachtenden Reaktionsweisen, Verhaltensmuster, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle der Person sind noch oft mit den erschreckenden Erfahrungen der Vergangenheit gekoppelt. Diese nicht verarbeiteten Vorgänge (=traumatische Ereignisse) werden im Körper als Stresssituation abgespeichert. Sie können bewirken, dass Lebensaufgaben und Entwicklungsprozesse nicht bewältigt werden und Krisen und Konflikte, bis hin zu körperlichen und psychischen Erkrankungen, entstehen können. Beängstigende psychische oder somatische Symptome können sich sowohl gleich, als auch erst Jahre später zeigen. Z.B. als Übererregbarkeit, Überaktivität, jähzornige Wutausbrüche, Ängste, Panik, Depressionen, Gefühle von Entfremdung, Konzentrationsstörungen, Dissoziation, Bindungsunfähigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Schmerzen, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme uvm.